Werden aus den niedlichen Kleinen langsam pickelige Teenager, wird vieles, was bisher im Tagesablauf der Familie als selbstverständlich galt, vom heranwachsenden Familienmitglied in Frage gestellt und muss nochmal neu definiert werden.
Für die Jugendlichen ist die Pubertät eine Zeit wachsender Selbständigkeit, in der sie dennoch immer wieder in ihr “Kind-Sein” zurückfallen und von ihrer Familie liebevoll aufgefangen werden wollen.
Sollen die Eltern noch Grenzen setzen? Ja, aber wissen, dass sie, je rigider sie diese Grenzen ziehen, umso mehr Widerstand ernten werden. Jugendliche müssen sich ausprobieren, wollen ihren eigenen Weg finden. Das sie dabei manchmal “über das Ziel hinausschießen” gehört zum Reifeprozess.
Die Familie sollte ihre jugendlichen Mitglieder begleiten, aber nicht versuchen, sie zu halten. Umso lieber, wird der Jugendliche immer wieder in den “Schoß der Familie” zurückkehren. Gegen die Gefahr des Mißbrauchs von Drogen hilft eigentlich nur das eigene Vorbild, erstens in Bezug auf den eigenen Konsum von Rausch- und Genußmitteln, zweitens im Vorleben dessen, das Abenteuer und “Sich-Ausprobieren” auch auf andere Weise geschehen kann als durch passiven Konsum. Nehmen Sie ihren Jugendlichen mit zum Zelten oder auf Reisen, schicken sie ihn zu den Pfadfindern oder lassen Sie ihn beim Sport seine Kräfte spüren!
Egal, ob der Jugendliche die Familie zum Vorbild nimmt oder sie ablehnt, sie wird immer als Meßlatte für die eigene Position genommen. Das unterscheidet ihn vom Erwachsenen, der seine Entscheidungen unabhängig trifft. In diesem Sinn, schaffen es die wenigsten erwachsen zu werden, da bei aller jugendlichen Rebellion die Herkunftsfamilie entscheidende Bedeutung für den weiteren Lebensweg hat.